marksburg_BVRheintal - Zeitreise ins Mittelalter - die Marksburg bei Braubach Unter den Burgen des Mittelrheintals ist die Marksburg einzigartig, denn sie ist hier die einzige unzerstörte Höhenburg.

Die imposante Festung mit Bauten hauptsächlich aus dem 13. bis 15. Jahrhundert erhebt sich mit Bergfried, mehreren Gebäuden, Zwingern und Bastionen auf einem Felskegel über dem romantischen Städtchen Braubach. 

Sehenswerte, typische Innenräume wie Burgküche, Rittersaal, Kemenate, Kapelle, Rüstkammer, Weinkeller, Wehrgänge und Turmstuben ermöglichen dem Besucher auch heute noch eine authentische Reise ins Mittelalter!

Zwischen Bingen und Koblenz gab es im Mittelalter im Durchschnitt alle 2,5 km eine Burg. Über 40 sind noch mehr oder weniger erhalten! Doch die allermeisten dieser Burgen sind in den Kriegen der frühen Neuzeit zerstört worden oder verfielen, weil sie nicht mehr genutzt wurden. Ab dem 19. Jahrhundert wurden viele Ruinen im Zuge der Rheinromantik wieder auf- oder ausgebaut. Neben Pfalzgrafenstein hat nur die Marksburg die Zeiten unzerstört überdauert und erlaubt uns heute einen Blick in frühere Jahrhunderte.
Ihren Namen verdankt sie der Sage nach dem Umstand, dass ein junger Mönch nach einer Erscheinung des heiligen Markus erfolgreich die Ehe zwischen der unglücklichen Tochter des Burgherrn mit dem leibhaftigen Teufel verhindert hat.

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Geschichte


In Quellen des frühen 12. Jahrhunderts besaßen die Edelfreien von Braubach vermutlich ein festes Haus im Ort. Die Herren von Eppstein waren dann die Erbauer der romanischen Burganlage mit der für die Stauferzeit charakteristischen Dreiecksform des Grundrisses. Diese erste Burg bestand aus dem Turm auf der höchsten Spitze des Felsens, einem Wohnbau und einer Ringmauer drumherum.

Durch Kauf kam die Marksburg 1283 an Graf Eberhard II. von Katzenelnbogen. Sie verliehen der Marksburg ihre imposante Gestalt, die im Wesentlichen heute noch das Erscheinungsbild bestimmt.

Als 1479 die Katzenelnbogener im Mannesstamm ausstarben, kam die Grafschaft und damit die Burg an den Landgrafen Heinrich III. Die Marksburg wurde nun als Bergfestung mit Batterien und Bastionen für Kanonen ausgebaut, gut gerüstet für den 30-jährigen Krieg.

Nach Auflösung des Heiligen Römischen Reiches 1803 lag die Marksburg auf dem Gebiet des neugeschaffenen Herzogtums Nassau. Zur Zeit Napoleons fristete die Marksburg ein eher unscheinbares Dasein. In modernen kriegerischen Auseinandersetzungen war die Anlage nicht mehr verwendbar. Sie diente nur noch als Staatsgefängnis und Invalidenunterkunft.

Im preußisch-österreichischen Krieg von 1866 ergriff Nassau auf der österreichischen Seite, die den Krieg verlor, Partei und wurde von Preußen annektiert. Dessen Kronprinz Friedrich Wilhelm fand zwar Gefallen an dieser einzigen "echten" Burg am Rhein ("Es wäre ein Vergnügen, sie wieder instand zu setzen."), trotzdem tat der Staat nicht viel für die verwahrloste Burg.

Im Jahre 1900 änderte sich das, denn die Deutsche Burgenvereinigung erwarb sie auf Fürsprache von Kaiser Wilhelm II. für den Preis von 1.000 Goldmark, das sind nach heutigem Geld ungefähr 10000 €. Die Initiative ging von Professor Bodo Ebhardt, Geheimer Hofbaurat und Architekt in Berlin, aus, der die Burg in den nächsten Jahren umfassend instandsetzen ließ, soweit dies die Mittel des Vereins zuließen.

Seit nunmehr 70 Jahren befindet sich im Romanischen Palas Sitz und Geschäftsstelle der Deutschen Burgenvereinigung, einer Denkmalschutzinitiative, die sich zur Aufgabe gemacht hat, Burgen und Schlösser vor dem Verfall, aber auch unsachgemäßer Renovierung zu retten.


Besucher

 

Die Marksburg ist täglich geöffnet.
Die Burg kann nur im Rahmen einer Burgführung besichtigt werden
(Dauer: ca. 50 Min.)

In der Wintersaison ( 2. November 2010 bis 18. 3. 2011 ) finden Führungen zwischen 11 und 16 Uhr (erste und letzte Führung) zu jeder vollen Stunde statt.

In der Sommersaison (19. 3. 2011 - 01. 11. 2011) beginnen die Burgführungen zwischen 10 und 17 Uhr (erster und letzter Führungsbeginn) in kurzen Abständen; englischsprachige Führungen beginnen täglich um 12 und um 16 Uhr (kurzfristige zeitliche leichte Änderungen möglich).

Für Ihre Anfahrt steht Ihnen ein großer (in der Sommersaison bewachter) Parkplatz zur Verfügung. Reisebusse parken immer umsonst.

Eintrittspreise 2011 (Führung inbegriffen)

  Normalpreis Gruppenpreis*
ab 20 Personen
Erwachsene € 6,00 € 5,50
Studenten, Wehr- und Zivildienstleistende € 5,50 € 5,00
Kinder und Jugendliche von 6 bis 18 Jahren € 4,00 € 3,50
Kinder unter 6 Jahren frei in Kindergartengruppen
€ 2 ,00
Familienkarte
(für Eltern mit ihren
minderjährigen Kindern)

€ 15,00

Mitglieder der Deutschen Burgenvereinigung e.V.

freier Eintritt

Gruppenführungen sind auch in englischer, französischer und japanischer Sprache möglich, bitte sprechen Sie dies mit uns ab.

Wegen des unwegsamen Geländes in der Burg können Rollstuhlfahrer die Burg leider nicht besichtigen. Kinderwagen können für die Dauer der Besichtigung hinter dem Fuchstor abgestellt werden, wenn die Kinder getragen werden oder laufen. Brave Hunde dürfen angeleint an der Führung teilnehmen. Essen, Trinken und Rauchen ist während der Besichtigung nicht gestattet. Sie dürfen im Rahmen der Burgführung fotografieren (ohne Stativ), Video- oder Filmaufnahmen sind aus rechtlichen Gründen nicht erlaubt, bzw. bedürfen der Genehmigung der Geschäftsführung.

Kontakt



Deutsche Burgenvereinigung e. V.
Marksburg

56338 Braubach

Ticket- und Souvenirkasse

Tel.: 0 26 27/5 36 Tel.: 0 26 27/ 2 06

Fax: 0 26 27/88 66 Fax: 0 26 27/88 66

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Homepage: www.marksburg.de

 

Sage

Eine alte Sage berichtet über das tragische Schicksal Elisabeths, der Tochter des Burgherrn von Braubach, und ihres Verlobten Siegbert von Lahneck:

Alles schien perfekt: Elisabeth war glücklich verlobt mit Siegbert von Lahneck. Dann trennte der Krieg die beiden. Nachdem Siegbert für den Kaiser in den Krieg gezogen war und man längere Zeit keine Nachricht von ihm bekommen hatte, tauchte plötzlich sein angeblicher Vetter Rochus auf der Marksburg auf. Er berichtete, dass Siegbert 1278 gefallen sei und konnte diese Behauptung mit Dokumenten belegen. Man kannte Rochus zwar nicht, glaubte ihm aber anhand der vorgelegten Dokumente.
Nachdem Elisabeth ihre Trauer überwunden hatte, verliebte sie sich in den vermeintlichen Vetter Rochus, und es wurde die Hochzeit geplant. Kurz vor der Trauung erschien dem Geistlichen, der die Trauung vornehmen sollte, jedoch der heilige Markus und teilte ihm mit, dass Rochus der leibhaftige Teufel sei. Auf dem Weg zum Traualtar holte deshalb der Priester ein Kreuz unter seinem Umhang hervor und hielt es unmittelbar vor Rochus' Gesicht. Die Erde spaltete sich, und Rochus fuhr zur Hölle.
Elisabeth, die ein zweites Mal ihren Verlobten verloren hatte, glaubte, Buße tun zu müssen, da sie auf den Teufel selbst hereingefallen war. Deshalb beschloss sie, ins Kloster zu gehen und damit für den Rest ihres Lebens ihre Schuld zu sühnen. Die Burg hingegen wurde nach dem heiligen Markus, der Elisabeth vor dem Teufel gerettet hatte, in Marksburg umbenannt.
Doch die Geschichte nahm ein noch traurigeres Ende: Elisabeths Verlobter Siegbert war gar nicht tot, sondern kehrte wohlbehalten auf die Marksburg zurück. Als er von dem Betrug und dem Schicksal Elisabeths erfuhr, stürzte er sich aus Verzweiflung in den Abgrund.

(Quelle: Wikipedia.de )



 

Bildnachweis Beitrag: mit freundlicher Genehmigung der Burgenvereinigung